FilamentFlow Mai-Update: 2FA, Lagerorte, SpoolFlow v5 & Bambu-Bewerbung

FilamentFlow Mai-Update: 2FA, Lagerorte, SpoolFlow v5 & Bambu-Bewerbung

Der Monat Mai hatte es in sich. Während draußen die Temperaturen stiegen, lief das Entwicklungs-Thermometer bei FilamentFlow auf Hochtouren. Fünf große Themen haben den Monat geprägt – und jedes davon bringt das Projekt ein gutes Stück näher an das heran, was FilamentFlow werden soll: die zentrale Anlaufstelle für alles rund um Filament und 3D-Drucker, egal welcher Hersteller, egal wie viele Maschinen.


Zwei-Faktor-Authentifizierung – jetzt Pflicht für alle

Sicherheit war lange ein Punkt auf der Roadmap. Im Mai ist er abgehakt. FilamentFlow unterstützt ab sofort TOTP-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung (Time-based One-Time Passwords) – und das nicht als optionales Feature, sondern als Pflicht für alle Nutzer.

Das bedeutet: Wer sich einloggt, bestätigt seinen Zugang mit einem zweiten Code aus einer Authenticator-App wie Google Authenticator oder Authy. Einmal eingerichtet, läuft das reibungslos – und wer einem Gerät vertraut, kann es für 30 Tage als „Trusted Device" markieren und spart sich so den täglichen zweiten Schritt.

Warum Pflicht und nicht optional? Weil FilamentFlow in Multi-Tenant-Umgebungen eingesetzt wird – also in Setups, wo mehrere Nutzer dieselbe Organisation teilen. FabLabs, Makerspaces, kleine Print Farms: Ein schwaches Passwort reicht, um einer ganzen Gruppe zu schaden. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt.

Dazu gibt es einen vollständigen Audit-Log für 2FA-Events und Recovery Codes für den Fall, dass das Gerät mal nicht zur Hand ist. Sauber.


Das neue Lagerort-System – wo liegt welche Spule?

Die zweite große Neuerung betrifft etwas, das viele 3D-Druck-Enthusiasten kennen: Man hat eine Menge Filamentspulen, aber keine Ahnung mehr, welche wo liegt. Schrank? Karton? Trockenbox Nummer drei?

FilamentFlow kann das jetzt beantworten. Mit dem neuen Lagerort-System lassen sich Standorte hierarchisch organisieren: Zuerst definiert man „Standorte" (zum Beispiel „Werkstatt" oder „Büro"), darunter dann konkrete Lagerorte wie „Regal A", „Trockenbox 1" oder „Schublade Sonderfarben".

Jede einzelne Spule bekommt einen Lagerort zugewiesen – und der ist direkt in der App sichtbar: in der Filament-Karte, in der Listenansicht, beim Buchen von Material. Klick auf den Lagerort zeigt sofort alle Spulen, die dort lagern, inklusive aktuellem Füllstand.

Das klingt simpel – ist aber genau das, was in anderen Tools fehlt. Nicht das Filament verwalten, sondern wissen, wo es gerade ist.


SpoolFlow v5 – Prusa OpenPrintTag ist da

SpoolFlow, der ESP32-basierte NFC-Spool-Tracker, ist mit Version 5 in einen neuen Reifegrad eingetreten. Die große Neuerung: volle Unterstützung des Prusa OpenPrintTag-Standards (ISO 15693 / NFC-V).

Wer Prusa-Originalspulen nutzt, weiß: Die kommen mit einem NFC-Chip ab Werk. Dieser Chip enthält Informationen über Material und Farbe – kodiert im CBOR-Format nach dem OpenPrintTag-Protokoll. SpoolFlow kann diese Chips jetzt auslesen, die Daten dekodieren und direkt an FilamentFlow übergeben.

Das macht SpoolFlow v5 möglicherweise zur ersten Third-Party-Implementierung des Prusa OpenPrintTag-Protokolls überhaupt. Für normale NTAG-Chips (ISO 14443A) funktioniert SpoolFlow natürlich weiterhin – die Dual-Protocol-Unterstützung über den PN5180-NFC-Reader ist das Herzstück der Hardware.

Die Firmware ist Open Source (MIT-Lizenz) und liegt auf GitHub: github.com/filament-flow/spoolflow


Org-Benachrichtigungen – das Team bleibt im Bild

In Multi-User-Umgebungen soll FilamentFlow auch als Kommunikationskanal funktionieren. Der erste Schritt dazu sind die neuen Org-Benachrichtigungen: Wenn in einer Organisation etwas Relevantes passiert – zum Beispiel ein neues Produktionsprojekt angelegt wird – erhalten alle Mitglieder automatisch einen Hinweis.

Die Benachrichtigungen erscheinen direkt im Dashboard als Popup und können optional auch per E-Mail zugestellt werden. Jeder Nutzer kann in den Einstellungen selbst festlegen, welche Benachrichtigungen er erhalten möchte und auf welchem Weg.

Das System ist bewusst erweiterbar gebaut: Weitere Ereignistypen lassen sich zukünftig einfach anhängen, ohne die Infrastruktur anfassen zu müssen.


Bambu Lab Let's Make It Fund – Bewerbung eingereicht

Abseits der Feature-Entwicklung gab es im Mai auch eine strategische Neuigkeit: FilamentFlow hat sich offiziell beim Bambu Lab Let's Make It Fund beworben – dem Förderprogramm des chinesischen 3D-Drucker-Herstellers für unabhängige Entwickler und Maker-Projekte.

Der Antrag ist vollständig, bilingual (Deutsch + Englisch) und deckt ein konkretes Budget ab: Testgeräte verschiedener Hersteller, Entwicklungszeit, Server-Infrastruktur. Das Ziel ist klar – mit offizieller Unterstützung die Hersteller-Unabhängigkeit von FilamentFlow weiter ausbauen und mehr Drucker noch tiefer integrieren.

Ergebnis? Noch ausstehend. Aber alleine das Einreichen war ein Statement: FilamentFlow ist kein Hobby-Projekt mehr, das irgendwo in einer Schublade schlummert.


Was kommt als nächstes?

SpoolFlow v6 ist in Entwicklung – die nächste Version bekommt eine integrierte Waage (HX711-Sensor), die das tatsächliche Restgewicht einer Spule direkt beim Scan ermittelt. Kein manuelles Schätzen mehr.

Parallel dazu läuft die Vorbereitung der Kickstarter-Kampagne auf Hochtouren. Wer FilamentFlow von Anfang an unterstützen und zu einem vergünstigten Preis einsteigen möchte, sollte jetzt schon die Augen offen halten.


Interesse an der Beta?

FilamentFlow ist aktuell in der geschlossenen Beta – zugänglich per Einladung. Wer dabei sein möchte, kann sich melden: entweder über filament-flow.com oder direkt per Nachricht auf Instagram @filament_flow_com.

Beschreib kurz deinen Setup (welche Drucker, wie viele Spulen, ob FabLab oder Heimanwender) – dann schaue ich, ob der Zugang passt.


Marcel Weidlich | MW Service 3D filament-flow.com · mwservice3d.de · @filament_flow_com